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Ein kompakter Heimspeicher mit einem Solarmodul dahinter im warmen Abendlicht, mittig vor einem gemütlichen Wohnzimmer — Sinnbild für ein Balkonkraftwerk mit Speicher.
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Balkonkraftwerk mit Speicher 2026: lohnt sich das?

Ein Speicher macht das Balkonkraftwerk erst richtig stark, vor allem zusammen mit dynamischen Stromtarifen. Diese Übersicht erklärt, ab wann sich die Mehrkosten lohnen, welche Speicherklasse zu dir passt und welche Systeme 2026 im Daten-Check überzeugen.

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Hinweis: Mit * markierte Links sind Partner-Links. Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht.

Dynamische Stromtarife 2026: lohnt der Wechsel?

Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromanbieter in Deutschland einen dynamischen Tarif im Angebot haben. Das steht in Paragraf 41a Absatz 2 des Energiewirtschaftsgesetzes — mit einer Bedingung, die in den meisten Ratgebern fehlt: Der Anspruch gilt nur für Haushalte mit einem intelligenten Messsystem. Tibber, tado° Energy, Octopus Energy und Rabot Energy werben um genau diese Haushalte. Lohnt der Wechsel zu einem Tarif, der dem Börsenpreis folgt?

Wir haben diesen Vergleich am 9. Oktober 2026 neu an den Quellen geprüft, und zwei Dinge haben sich geändert. Aus aWATTar ist tado° Energy geworden. Und neben der Grundgebühr nennen die Anbieter einen festen Aufschlag je Kilowattstunde, der bei vier Personen im Haushalt mehr kostet als die Grundgebühr — in Vergleichstabellen fehlt er trotzdem fast immer. Hier stehen beide Posten, und auch die Stellen, an denen wir nichts belegen konnten.

Kurzantwort

Wie ein dynamischer Stromtarif funktioniert

Bei einem klassischen Tarif zahlst du immer denselben Preis pro Kilowattstunde, egal wann. Ein dynamischer Tarif gibt dir dagegen den Spotpreis der Strombörse weiter — den laufend wechselnden Großhandelspreis — plus Netzentgelte, Steuern, Abgaben und die Marge des Anbieters. Nachts, wenn kaum jemand Strom braucht, kostet eine Kilowattstunde im Großhandel oft nur 0 bis 5 Cent. Abends zwischen 18 und 21 Uhr, wenn alle kochen und Licht brauchen, schießt der Preis hoch:

Der Witz liegt im Verschieben: Wer Waschmaschine, Geschirrspüler oder das Laden von Speicher und E-Auto in die günstigen Stunden legt, zahlt deutlich weniger als beim Festpreis. Wer nichts verschieben kann, spart wenig oder zahlt drauf. Diese Flexibilität entscheidet, nicht der beworbene Nachtpreis.

Was hinter dem Spotpreis steckt

Der reine Börsenpreis entsteht an der Strombörse EPEX SPOT nach Angebot und Nachfrage: Viel Wind und Sonne drücken ihn, manchmal ins Negative; hohe Abendnachfrage bei wenig Erzeugung treibt ihn nach oben. Dazu kommen für dich feste Aufschläge — Netzentgelte, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umlagen und Mehrwertsteuer. Die machen zusammen meist 17 bis 20 Cent pro Kilowattstunde aus, unabhängig von der Tageszeit. Darum ist der nutzbare Unterschied kleiner, als die nackte Börsenkurve vermuten lässt: Aus 5 Cent Großhandelspreis werden real rund 22 bis 25 Cent, aus 50 Cent Börsenspitze rund 65 bis 70 Cent. Die Spanne, die du durch Verschieben nutzen kannst, liegt damit oft bei 15 bis 25 Cent.

Eine Änderung aus dem Herbst 2025 macht die Kurve zackiger: Der Preis für den nächsten Tag wird nicht mehr je Stunde, sondern je Viertelstunde festgelegt. „Seit dem 1. Oktober 2025 wird der Day-Ahead-Markt auf 15-Minuten-Basis gehandelt”, schreibt SMARD, die Datenplattform der Bundesnetzagentur. Nur gibt das nicht jeder weiter: Tibber, Rabot Energy und Octopus Energy rechnen im Viertelstundentakt, tado° Energy bleibt als einziger beim Stundenpreis. Für den Alltag macht das wenig aus, für automatisch gesteuerte Speicher und Wallboxen schon.

Dynamische Stromtarife im Vergleich: die Anbieter

Vier Anbieter prägen den Markt 2026. Sie unterscheiden sich kaum im Strompreis selbst — den gibt die Börse vor — sondern in drei Punkten: Grundgebühr, fester Aufschlag je Kilowattstunde und die Frage, wie oft sich der Preis überhaupt ändert. Alle Werte haben wir am 9. Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieter selbst abgelesen:

AnbieterGrundgebührAufschlag je kWhPreis ändert sichMesssystem nötig?
Tibber5,99 €/Monat2,15 ctalle 15 Minutenja
tado° Energy (früher aWATTar)4,58 €/Monat1,785 ctstündlichja, für „Hourly”
Rabot Energy4,99 €/Monatnicht ausgewiesenalle 15 Minutennein, geht auch ohne
Octopus Energyerst nach Anfrageerst nach Anfragealle 15 Minutenja

Zwei Felder brauchen eine Erklärung. „Nicht ausgewiesen” bei Rabot Energy heißt nicht null: Der Anbieter nennt keine Zahl, sondern schreibt nur, er gebe seine Beschaffungskosten direkt weiter — damit sieht Rabot günstiger aus, als es belegbar ist. Und bei Octopus Energy erfährst du den Preis erst nach Eingabe von Postleitzahl und Verbrauch; wir schreiben lieber nichts hin, als zu schätzen.

Tibber ist der bekannteste Anbieter und hat die ausgereifteste App samt eigener Hardware rund um den Pulse; wie sich das im Alltag anfühlt, steht im Beitrag zu den Tibber-Erfahrungen. tado° Energy hat die niedrigste Grundgebühr und den niedrigsten belegten Aufschlag. Rabot Energy bietet seinen dynamischen Tarif ausdrücklich auch ohne intelligentes Messsystem an; tado° Energy hat dafür einen zweiten Tarif, Tibber und Octopus Energy setzen das Messsystem voraus. Octopus Energy hat die breiteste Tarif-Familie: eigene Produkte für Wallbox (Intelligent Octopus), Wärmepumpe (Octopus Heat), Solaranlage (Octopus SolarCycle) und das Rückspeisen aus dem Auto (Octopus PowerDrive). Weitere Anbieter wie Ostrom, Lichtblick und 1Komma5° listet das Balkonkraftwerk-Kompendium; die drei haben wir selbst nicht geprüft.

Tibber-Alternative gesucht? So fällt die Entscheidung

Nach einer Tibber-Alternative suchen drei Gruppen. Wem Tibber zu teuer ist, vergleicht mit tado° Energy. Wer am Zähler scheitert, schaut auf Rabot Energy. Und wer Wallbox oder Wärmepumpe hat, auf Octopus Energy. Für ein Balkonkraftwerk mit Speicher ist keiner der vier grundsätzlich besser: Da entscheidet, ob dein Speicher die Preise lesen kann.

Tibber oder tado° Energy (früher aWATTar): was ist besser?

Preislich tado° Energy, und zwar klar: Bei 4.000 Kilowattstunden im Jahr sind es rund 32 Euro weniger. Technisch läuft der Tarif gleich — Stundenpreis, monatliche Abrechnung, intelligentes Messsystem nötig. Der Unterschied liegt woanders: Tibber bindet über eigene Hardware Wechselrichter und Speicher ein, tado° Energy hat die bessere Vorschau mit Preisen für sieben Tage. Wer von Hand plant, nimmt tado; wer automatisieren will, Tibber.

Tibber oder Rabot Energy: was ist besser?

Das ist keine Preisfrage, sondern eine Zählerfrage. Tibbers dynamischer Tarif „Smart Dynamic” setzt ein intelligentes Messsystem voraus, Rabot Energy nicht — dort startest du sofort und meldest den Zählerstand monatlich in der App. Hast du das Messsystem schon, ist Tibber die reifere Wahl: feste 2,15 Cent Aufschlag zum Nachrechnen, Abrechnung im Viertelstundentakt und mehr Geräte, die sich einbinden lassen. Hast du es nicht, ist Rabot der schnellere Einstieg — mit der Einschränkung weiter unten.

Aus aWATTar ist tado° Energy geworden

Wer nach aWATTar sucht, landet neuerdings woanders: awattar.de leitet auf energy.tado.com weiter, der Tarif heißt dort tado° Home Hourly. Das ist keine neue Firma, sondern eine neue Marke — im Impressum steht weiter die aWATTar Deutschland GmbH, Sitz München, bei der tado GmbH, dem Hersteller der bekannten Heizkörper-Thermostate. Übernommen hatte tado aWATTar schon im Januar 2022, der Markenwechsel kam später.

Am Preis ändert sich nichts: Die Grundgebühr liegt weiter bei 4,58 Euro im Monat. Neu ist, dass es den Tarif in zwei Zuschnitten gibt. tado° Home Hourly rechnet stundengenau ab und braucht dafür ein intelligentes Messsystem. tado° Home Monthly läuft ohne dieses Messsystem, passt den Preis aber nur einmal im Monat an. Sobald das Messsystem hängt, stellt tado nach eigener Angabe kostenlos auf Hourly um.

Was dynamische Stromtarife wirklich kosten

Die Grundgebühr ist nur die halbe Rechnung: Oben drauf kommt der feste Aufschlag je Kilowattstunde, und der ist bei einem normalen Haushalt der größere Posten. Wir haben beides für 4.000 Kilowattstunden im Jahr zusammengerechnet. Netzentgelte, Steuern und Abgaben bleiben außen vor, weil sie bei allen Anbietern gleich sind.

AnbieterGrundgebühr im JahrAufschlag auf 4.000 kWhSumme im Jahr
Tibber71,88 €86,00 €157,88 €
tado° Home Hourly54,96 €71,40 €126,36 €
Rabot Energy59,88 €nicht ausgewiesenab 59,88 €
Octopus Energynicht veröffentlichtnicht veröffentlichtnicht berechenbar

Das ist unsere eigene Rechnung aus den Angaben der Anbieter, keine Werbeaussage — und sie zeigt zwei Dinge. tado° Energy liegt rund 32 Euro im Jahr vor Tibber, nicht wegen der Grundgebühr allein, sondern weil auch der Aufschlag niedriger ist. Und Rabot Energy steht nur deshalb so günstig da, weil dort keine Zahl ausgewiesen ist; streng gerechnet lässt sich Rabot mit den anderen beiden nicht vergleichen.

Dazu kommt bei Tibber einmalig der Tibber Pulse — ein optischer Lesekopf, der den Zähler ausliest und Live-Verbrauch sowie Stundenpreis in die App bringt. Im Shop kostet er 129,95 Euro, beim Vertragsabschluss mitbestellt derzeit 89,95 bis 99,95 Euro. Pflicht ist er nicht. Wichtig bleibt: Der Tarif lohnt sich erst, wenn deine Ersparnis größer ist als diese Aufschläge plus die Mehrkosten in teuren Stunden. Wie dein bisheriger Festtarif dasteht, rechnest du mit dem Strompreisvergleich von Verivox gegen.

Welche App ist bei dynamischen Stromtarifen die beste?

Das ist die häufigste Frage zum Thema — und die ehrliche Antwort beginnt mit einer Einschränkung: Wir haben die vier Apps nicht gegeneinander getestet. Hier steht nur, was jeder Anbieter nachprüfbar anbietet.

Tibber ist der einzige mit eigener Hardware. Der Pulse sendet den Verbrauch live in die App, die dazugehörige Bridge bindet nach Herstellerangabe passende Wechselrichter und Heimspeicher ein, damit sie bei günstigen Preisen laden und bei teuren entladen.

tado° Energy setzt auf Planung statt Hardware: Die App zeigt die Preise der nächsten sieben Tage, „Energy IQ” wertet aus, wie gut du verschoben hast, und die Preise für den Folgetag stehen täglich ab 14 Uhr fest. Wer von Hand einplant, hat damit die praktischste Anzeige.

Rabot Energy steuert nach eigener Angabe Geräte automatisch in die günstigen Stunden und nimmt Zählerstände in der App an — der Grund, warum der Tarif auch ohne intelligentes Messsystem läuft.

Octopus Energy bietet für dynamicOctopus einen technischen Zugang, über den eigene Geräte die Börsenpreise selbst abrufen. Für Leute mit eigener Haussteuerung der direkteste Weg, für alle anderen uninteressant.

Der größte Hebel: Balkonkraftwerk plus Speicher

Ein dynamischer Tarif allein bringt vielen wenig — mit Balkonkraftwerk und Speicher entfaltet er sein Potenzial. Der Speicher lädt tagsüber den Solarüberschuss und nachts günstigen Netzstrom; abends, wenn die Börsenpreise hoch sind, versorgst du dich aus dem Akku. Speicher wie die EcoFlow STREAM Ultra X oder die Marstek Venus E lassen sich direkt an Tibber oder tado° Energy anbinden und laden automatisch. Die Anker SOLIX Solarbank lädt ebenfalls nach Börsenpreis, nutzt dafür aber die Daten von Nord Pool — nach Ankers eigener Auskunft wird Tibber derzeit nicht direkt unterstützt (Stand 9. Oktober 2026).

Wie viel das bringt, rechnet der Ratgeber zur Tibber-Arbitrage mit Speicher durch: grob 50 bis 120 Euro im Jahr bei einem 3-Kilowattstunden-Speicher, zusätzlich zur normalen Solarnutzung. Welcher Speicher zu deinem Verbrauch passt, klärt der Speicher-Überblick, ob er sich überhaupt rechnet, die Speicher-Rechnung. Günstige Stunden selbst erkennen kann zum Beispiel der Zendure SolarFlow 2400 Pro. Wie viel Solarstrom du ohne Speicher selbst nutzt, erklärt der Beitrag zu Einspeisung und Eigenverbrauch.

Welcher dynamische Tarif lohnt sich mit Wärmepumpe oder E-Auto?

Dort ist der Spareffekt am größten, weil beide viel Strom ziehen und es meist egal ist, ob sie nachts um 3 Uhr oder abends um 19 Uhr laufen. Wer die Wärmepumpe nachts heizen lässt und das Auto über die steuerbare Wallbox zur billigsten Zeit lädt, verlagert hunderte Kilowattstunden im Jahr. Hier zahlt sich der Anbieter-Unterschied aus: Octopus Energy hat für beides eigene Tarife — Intelligent Octopus für die Wallbox, Octopus Heat für die Wärmepumpe.

Für wen sich ein dynamischer Stromtarif lohnt — und für wen nicht

Ein dynamischer Tarif ist kein Selbstläufer. Er lohnt sich klar, wenn du Verbrauch verschieben kannst: mit Speicher, Wärmepumpe, E-Auto an der steuerbaren Wallbox oder der Disziplin, große Verbraucher in günstige Stunden zu legen. Dann sind über das Jahr 100 bis 300 Euro Ersparnis realistisch — eine Größenordnung aus Erfahrungswerten, keine Messung.

Ohne flexible Großverbraucher bleibt der Effekt klein, weil der Löwenanteil — Kühlschrank, Licht, Unterhaltung — anfällt, wenn du zu Hause bist, also in der teuren Abendspitze. Ein Rechenbeispiel: Bei 2.500 Kilowattstunden im Jahr zahlst du allein an Anbieter-Aufschlägen rund 100 Euro bei tado° Energy und rund 126 Euro bei Tibber. Verschiebst du dafür zwei Geräteläufe pro Woche, sparst du vielleicht 30 bis 50 Euro — das geht nicht auf. Lädt dagegen ein Haushalt 2.500 Kilowattstunden fürs E-Auto gezielt nachts, summiert sich die Ersparnis auf mehrere hundert Euro. Nicht der Tarif entscheidet, sondern die Menge Strom, die du verschieben kannst.

Brauche ich für einen dynamischen Stromtarif einen Smart Meter?

Hier liegt die größte Stolperfalle, und die Antwort ist klar. Die Bundesnetzagentur schreibt: „Wollen Sie einen dynamischen Stromtarif abschließen, dann benötigen Sie ein intelligentes Messsystem.” Gemeint ist nicht der digitale Zähler, den viele im Keller haben, sondern dieser Zähler plus ein Modul, das die Werte stündlich weitermeldet. Der reine Digitalzähler heißt im Gesetz „moderne Messeinrichtung” und genügt nicht — welche Bauformen es gibt, erklärt der Ratgeber zum Stromzähler fürs Balkonkraftwerk.

Warum das so streng ist, zeigt der Blick auf die Tarife ohne dieses Messsystem. tado° Energy nennt den Tarif dann Home Monthly und passt den Preis nur einmal im Monat an, Rabot Energy rechnet mit dem Zählerstand ab, den du monatlich in der App meldest. Tibber schreibt für seinen dynamischen Tarif „Smart Dynamic” ausdrücklich einen smarten Zähler vor. In beiden Fällen bekommst du einen Durchschnitt — und damit bringt das Verschieben von Verbrauch nichts, weil niemand messen kann, in welcher Stunde du verbraucht hast. Du profitierst nur davon, dass das Monatsmittel der Börse unter einem Festpreis liegen kann. Ein echter Vorteil, aber ein anderer als der, für den die meisten wechseln.

Jetzt die gute Nachricht: Seit dem 1. Januar 2025 kannst du das Messsystem bestellen, und der Messstellenbetreiber muss liefern — das Messstellenbetriebsgesetz nennt „die vorzeitige Ausstattung … innerhalb von vier Monaten ab Beauftragung”. Das ist etwas anderes als die oft genannte Vier-Monats-Frist beim normalen Zählertausch; die gibt es nicht, wie wir auf der Seite zum Zählertausch beim Balkonkraftwerk nachgerechnet haben.

Die Kosten sind ebenfalls gedeckelt: einmalig höchstens 100 Euro für die vorzeitige Ausstattung, laufend höchstens 30 Euro im Jahr im optionalen Einbaufall — dem Normalfall bei einem Balkonkraftwerk — plus höchstens 30 Euro Zusatzentgelt bei vorzeitiger Bestellung. Der teurere Pflichteinbau greift erst über 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch oder über 7 Kilowatt Anlagenleistung; ein Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt Modulleistung liegt weit darunter. Manche Anbieter übernehmen den Weg ganz. Rabot Energy beantragt das Messsystem nach eigener Angabe für dich und stellt es kostenlos, tado° Energy bewirbt ein Paket mit eigenem Messstellenbetreiber und „0 Euro Installation”. Tibber verspricht den Einbau über Partnerfirmen umsonst, wenn du E-Auto, Wallbox, Solaranlage oder Heimspeicher hast. Bei Octopus Energy braucht es Geduld — bis zu drei Monate für den Einbau und zwei bis drei weitere für die Einrichtung, bis dahin wird zum festen Arbeitspreis abgerechnet.

Zwei Punkte erfahren viele erst nach dem Antrag. Einen Anspruch auf einen Vertrag hast du nicht: „wie bei allen wettbewerblichen Stromverträgen gilt Vertragsfreiheit”, schreibt die Bundesnetzagentur. Und ein Sonderkündigungsrecht, um aus einem laufenden Vertrag in einen dynamischen Tarif zu springen, gibt es nach Auskunft der Behörde ebenfalls nicht — allgemeine Hinweise, keine Rechtsberatung.

Häufige Fehler bei dynamischen Stromtarifen

Vier Stolperfallen kommen immer wieder. Der erste Fehler: mit Börsenpreisen statt Endkundenpreisen rechnen. Wer die nackte Spotpreis-Kurve sieht, überschätzt die Spanne, weil die festen Aufschläge in beide Richtungen wirken.

Der zweite Fehler: nur auf die Grundgebühr schauen. Die liegt bei 55 bis 72 Euro im Jahr — der Aufschlag je Kilowattstunde kommt dazu und ist bei 4.000 Kilowattstunden der größere Posten. Der dritte Fehler: erwarten, ohne Verhaltensänderung zu sparen. Wer dynamische Stromtarife vergleicht, sucht den günstigsten Anbieter — belohnt wird aber das Verschieben von Verbrauch. Der vierte Fehler: keine Automatisierung. Wer jede Ladeentscheidung von Hand trifft, gibt schnell auf. Je mehr Speicher und Geräte selbst auf die Preise reagieren, desto mehr holst du heraus — Grundlagen dazu stehen im Ratgeber Balkonkraftwerk mit Speicher, die passende Hardware in der Übersicht Top 5 Speicher 2026.

So wechselst du Schritt für Schritt

Zuerst die Bestandsaufnahme: Welcher Zähler hängt im Keller, und wie hoch ist dein Jahresverbrauch? Den Verbrauch findest du auf der letzten Stromrechnung, den Zählertyp am Gerät. Mit diesen zwei Zahlen schätzt du grob ab, ob sich der Wechsel lohnt.

Dann die Anbieterwahl: Wer die Aufschläge minimieren will, startet mit tado° Energy; wer App und Hardware aus einer Hand will, mit Tibber; wer eine Wallbox steuern will, mit Octopus; wer kein intelligentes Messsystem hat, mit Rabot Energy. Den Wechsel wickelt der neue Anbieter meist komplett ab, die Kündigung beim alten Versorger übernimmt er, eine Versorgungslücke gibt es nicht.

Danach die Messtechnik: Falls nötig, beauftragst du das intelligente Messsystem selbst oder lässt das den neuen Anbieter machen. Zum Schluss bindest du Speicher, Wärmepumpe und Wallbox in die App ein und schaust in den ersten Wochen nach, ob die Ladezeiten zu den günstigen Stunden passen. Oft reicht eine kleine Anpassung des Lade-Starts.

Worauf du beim Wechsel achten solltest

Drei Punkte entscheiden. Das Messsystem: Ohne intelligentes Messsystem gibt es keinen Stundenpreis, sondern nur einen Monatsdurchschnitt. Die Gesamtrechnung: Grundgebühr, Aufschlag je Kilowattstunde und einmalige Hardware gehören hinein, sonst täuscht der niedrige Nachtpreis eine Ersparnis vor, die es nicht gibt. Und die Laufzeit: tado° Energy und Rabot Energy nennen ausdrücklich einen Monat Kündigungsfrist — du kannst also ausprobieren und wieder gehen.

Strommarkt 2026: warum dynamische Tarife wichtiger werden

Dynamische Stromtarife im Vergleich sehen in zwei Jahren anders aus als heute. Mit dem weiteren Ausbau von Wind und Sonne schwanken die Börsenpreise immer stärker: An sonnigen, windigen Tagen rutscht der Großhandelspreis mittags häufiger ins Negative, ruhige Winterabende bleiben teuer. Genau davon leben dynamische Stromtarife — je größer der Abstand zwischen günstigen und teuren Stunden, desto mehr bringt das Verschieben. Dazu lassen sich immer mehr Speicher, Wärmepumpen und Wallboxen automatisch steuern. Nüchtern bleibt trotzdem: Der Tarif ist ein Werkzeug, kein Selbstläufer. Wer heute die Voraussetzungen schafft — intelligentes Messsystem und steuerbare Verbraucher —, profitiert sofort.

Quellen und weiterführende Informationen

Alle Gebühren und Tarifbedingungen haben wir am 9. Oktober 2026 direkt bei den Anbietern abgelesen: Tibber, tado° Energy, Rabot Energy und Octopus Energy. Rechtlicher Rahmen: Paragraf 41a Energiewirtschaftsgesetz, die Preisobergrenzen des Messstellenbetriebsgesetzes und das Verbraucherportal der Bundesnetzagentur. Den Viertelstundentakt seit 1. Oktober 2025 bestätigt SMARD, die Preise stammen von der EPEX SPOT. Zum Gegenrechnen des Festtarifs dient Verivox, als breitere Marktübersicht der Anbieter-Vergleich des Balkonkraftwerk-Kompendiums.

Was wir nicht belegen konnten, steht hier ausdrücklich: Die Grundgebühr von Octopus Energy ließ sich ohne Postleitzahl und Verbrauch nicht abrufen, Rabot Energy weist keinen Aufschlag je Kilowattstunde aus, und Ostrom, Lichtblick und 1Komma5° haben wir nicht einzeln geprüft. Alle Jahreswerte sind unsere eigene Rechnung aus den Angaben der Anbieter. Stand: 9. Oktober 2026.

Update-Hinweis (Stand: 09.10.2026)

Am 9. Oktober 2026 haben wir alle Gebühren an der Quelle nachgeprüft, die Umbenennung von aWATTar zu tado° Energy eingearbeitet und zwei Abschnitte ergänzt: App-Vergleich und intelligentes Messsystem. Weiter beobachten wir die Grundgebühr von Octopus Energy, einen ausgewiesenen Aufschlag bei Rabot Energy und neue Speicher, die Börsenpreise selbst lesen können.