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Vom Modul über den Wechselrichter zur Steckdose
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Sonne
strahlt auf dein Modul
- 2
Modul + Wechselrichter
erzeugt Strom und macht ihn nutzbar
- 3
Steckdose
versorgt dein Hausnetz
Plug & Play — kein Elektriker nötig, 30 Minuten Aufbau
Was ein Balkonkraftwerk 2026 ausmacht
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaik-Anlage, die ihren Strom direkt in deine Wohnungssteckdose einspeist. Ein oder zwei Module hängen am Balkon, an der Hauswand oder stehen auf dem Flachdach. Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in normalen Wechselstrom um und gibt ihn ins Hausnetz ab. Geräte, die gerade laufen, verbrauchen diesen Strom zuerst. Nur der Rest fließt ins öffentliche Netz.
Der Reiz liegt in der Einfachheit. Du brauchst kein eigenes Dach, keine große Investition und in den meisten Fällen keinen Handwerker. Genau das hat die Technik zum Massenprodukt gemacht. Im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur stehen mit Stand Frühjahr 2026 rund 1,33 Millionen Steckersolargeräte. Fachleute der HTW Berlin gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Real dürften eher zwei bis drei Millionen Geräte in Deutschland laufen.
Für wen lohnt sich das? Am meisten profitieren Haushalte mit einer Steckdose am Balkon, auf der Terrasse oder an der Außenwand. Aber auch ein Garten, ein Carport oder ein Flachdach reichen völlig aus. Selbst zur Miete ist Steckersolar heute problemlos möglich. Entscheidend ist nur, dass tagsüber Sonne an die Module kommt und ein Teil deines Stroms genau dann verbraucht wird, wenn die Anlage liefert. Wer den ganzen Tag außer Haus ist, holt ohne Speicher etwas weniger heraus. Spürbar sparen lässt sich trotzdem, weil Kühlschrank, Router und viele Standby-Geräte rund um die Uhr Strom ziehen.
Dieser Ratgeber führt dich durch alle wichtigen Fragen: durch die neue Gesetzeslage, die Anmeldung, die Stecker-Frage, die Kosten, den Ertrag und den Speicher. Wir bleiben dabei bei geprüften Zahlen und sagen offen, wo Werte schwanken. So kannst du am Ende selbst entscheiden, ob und welches Set für dich passt.
Drei Gesetze hinter dem Balkonkraftwerk 2026
Drei Rechtsänderungen haben Steckersolar in kurzer Zeit massentauglich gemacht. Der folgende Zeitstrahl zeigt sie auf einen Blick, danach ordnen wir jede einzeln ein.
Was sich für dein Balkonkraftwerk geändert hat
Drei Gesetze auf einem Zeitstrahl
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Solarpaket I
800 Watt einspeisen, Module bis 2.000 Wp, Anmeldung nur noch im Marktstammdatenregister
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WEG- & Mietrecht
Steckersolar wird privilegiert · Anspruch auf Erlaubnis nach § 554 BGB und § 20 WEG
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DIN VDE V 0126-95
Erste Produktnorm · Schuko-Stecker bis unter 960 Wp Modulleistung erlaubt
Drei Schritte in 19 Monaten — und das Balkonkraftwerk ist 2026 so einfach wie nie.
Das Solarpaket I ist seit dem 16. Mai 2024 in Kraft. Es hat die zulässige Einspeiseleistung von 600 auf 800 Watt angehoben. Genauso wichtig: Die Anmeldung wurde stark vereinfacht. Du meldest die Anlage nur noch im Marktstammdatenregister, der Netzbetreiber wird automatisch informiert. Auf der Gleichstrom-Seite dürfen die Module bis 2.000 Wattpeak (die Spitzenleistung der Module, kurz Wp) leisten. Wie viel davon am Ende durchkommt, erklärt unser Beitrag zur 800-Watt-Grenze und dem, was sie für dich ändert.
Die Reform von WEG- und Mietrecht wurde am 16. Oktober 2024 im Bundesgesetzblatt verkündet und gilt seit dem 17. Oktober 2024. Steckersolar zählt seitdem zu den privilegierten baulichen Veränderungen. Mieter haben nach Paragraf 554 BGB einen Anspruch auf die Erlaubnis, Eigentümer nach Paragraf 20 WEG gegenüber ihrer Gemeinschaft. Was das konkret bedeutet, steht im Ratgeber zu den Rechten von Mietern und Eigentümern nach Paragraf 554 BGB.
Die DIN VDE V 0126-95 ist die jüngste Änderung. Sie wurde am 14. November 2025 veröffentlicht und gilt seit dem 1. Dezember 2025. Es ist die erste Produktnorm für Steckersolargeräte überhaupt. Sie erlaubt den klassischen Schuko-Stecker erstmals ausdrücklich, allerdings nur bis unter 960 Wattpeak Modulleistung. Die Anwendung ist freiwillig, in der Praxis aber die Messlatte für Vermieter, Versicherer und Förderstellen.
Diese drei Schritte greifen ineinander. Das Solarpaket I macht die Technik erlaubt, die Reform von Miet- und Wohnungseigentumsrecht macht sie für alle zugänglich, und die neue Norm macht sie sicher und nachvollziehbar. Zusammen erklären sie, warum die Zahl der Anlagen seit 2024 so stark gestiegen ist. Für dich heißt das vor allem eines: Du musst die Details nicht alle kennen. Ein seriöses Komplettset und die kostenlose Anmeldung reichen, um auf der sicheren Seite zu sein.
Balkonkraftwerk anmelden: nur noch das Marktstammdatenregister
Seit dem Solarpaket I gibt es nur noch eine Pflichtstelle: das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Die Anmeldung ist kostenlos, läuft komplett online und dauert etwa 15 Minuten. Du brauchst nur noch rund fünf Angaben statt früher rund zwanzig. Die separate Meldung beim Netzbetreiber ist weggefallen.
Wichtig ist der Zeitpunkt. Du musst die Anlage spätestens einen Monat nach der Inbetriebnahme eintragen. Wer schon vorher loslegt, riskiert nichts, solange die Frist gewahrt bleibt. Den kompletten Ablauf inklusive aller Eingabemasken findest du in unserer Anmeldung im Marktstammdatenregister Schritt für Schritt.
Was passiert, wenn du es schlicht vergisst? Theoretisch sieht das Energiewirtschaftsgesetz hohe Bußgelder vor. In der Praxis werden private Betreiber zunächst nur erinnert und zur Nachmeldung aufgefordert. Den größeren Hebel hat die Versicherung, die ohne Anmeldung im Schadensfall aussteigen kann. Welche Folgen wirklich drohen, ordnet der Ratgeber zu den Folgen einer versäumten Anmeldung ein.
Die Anmeldung selbst ist schnell erledigt. Du brauchst nur wenige Angaben: deine Adresse, die Leistung des Wechselrichters, die Modulleistung und das Datum der Inbetriebnahme. Eine Steuernummer ist für ein Balkonkraftwerk nicht nötig. Hast du noch einen alten Ferraris-Zähler (Stromzähler mit Drehscheibe) ohne Rücklaufsperre, tauscht ihn der Netzbetreiber nach deiner Meldung kostenlos gegen einen modernen Zähler. Einen eigenen Antrag dafür musst du nicht stellen. Du steckst die Anlage also an, meldest sie online und musst dich um den Rest nicht kümmern.
Schuko oder Wieland: welcher Stecker 2026 zählt
Die alte Streitfrage ist mit der DIN VDE V 0126-95 weitgehend geklärt. Ein gewöhnlicher Schuko-Stecker ist normkonform, solange die Module unter 960 Wattpeak liegen und der Wechselrichter maximal 800 Watt einspeist. Diese Konfiguration deckt einen Großteil der heute verkauften Sets ab. Der Schuko-Stecker bleibt der gewohnte, die Sicherheit steckt in der Elektronik dahinter.
Oberhalb von 960 Wattpeak verlangt die Norm einen Wieland-Stecker und den Anschluss durch eine Elektrofachkraft. Auch ein sehr alter Hausstromkreis ohne FI-Schalter kann ein Grund für den festen Anschluss sein. Der Aufpreis dafür hält sich in Grenzen. Stecker und Einbaudose kosten 30 bis 60 Euro, die Installation noch einmal 40 bis 90 Euro.
Alle technischen Hintergründe, die Sonderfälle für Speicher-Sets und eine Schritt-für-Schritt-Entscheidung stehen im Ratgeber Schuko oder Wieland im Detail. Für die meisten Haushalte gilt: Ein dokumentiertes Komplettset, das der Hersteller als konform zur Norm kennzeichnet, ist die einfachste Absicherung.
Warum ist der Schuko-Stecker überhaupt sicher? Die Sicherheit liefert der Wechselrichter. Sein Netz- und Anlagenschutz (eine Schutzfunktion, die die Anlage bei einem Netzfehler sofort abschaltet) überwacht das Stromnetz laufend und trennt die Anlage bei einem Ausfall in Sekundenbruchteilen. Ziehst du den Stecker bei voller Sonne, ist der Kontakt damit praktisch sofort spannungsfrei. Wichtig bleibt nur eine Regel: Stecke die Anlage immer direkt in eine fest installierte Wandsteckdose. Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln sind für die Dauerlast nicht gemacht und können sich erwärmen.
Was ein Balkonkraftwerk 2026 kostet
Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gefallen. Ein solides 800-Watt-Set ohne Speicher bekommst du 2026 ab rund 350 Euro, je nach Qualität und Marke bis etwa 700 Euro. Ein Set mit kleinem Speicher von rund zwei Kilowattstunden liegt zwischen 700 und 1.500 Euro. Premium-Sets mit größerem Speicher und smarter Steuerung kosten 1.500 bis über 2.000 Euro.
Diese Preise sind bereits Endpreise. Seit Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz, also null Prozent Mehrwertsteuer auf Module, Wechselrichter, Speicher und Komplettsets. Ein Set, das früher brutto rund 476 Euro gekostet hätte, bekommst du heute für etwa 400 Euro. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Steuern und Nullsteuersatz beim Balkonkraftwerk.
Sparen lohnt sich nicht an der falschen Stelle. Module und Wechselrichter sind robust, bei der Halterung rächt sich Billigware dagegen schnell. Eine geprüfte Halterung kostet 40 bis 120 Euro pro Modul und hält auch Wind und Wetter stand. Welche Posten in welcher Höhe zusammenkommen, rechnet der Set-Finder für deinen Anwendungsfall durch.
Zur Orientierung eine grobe Aufteilung der Kosten. Zwei Module schlagen mit 150 bis 300 Euro zu Buche, der Wechselrichter mit 60 bis 150 Euro, die Halterung mit 40 bis 120 Euro pro Modul. Kabel und Stecker kosten nur wenig. In der Summe ist das Komplettset oft günstiger als der Einzelkauf, weil der Hersteller die Teile aufeinander abstimmt und die Garantie aus einer Hand kommt. Beim Einzelkauf zahlst du für mehr Flexibilität, trägst aber selbst die Verantwortung, dass alle Komponenten zusammenpassen.
Wann sich ein Balkonkraftwerk 2026 wirklich lohnt
Die Wirtschaftlichkeit hängt an drei Stellschrauben: deinem Strompreis, deinem Eigenverbrauch und dem Anschaffungspreis. Im Sommer 2026 zahlen Bestandskunden im Schnitt rund 31 Cent pro Kilowattstunde, in der Grundversorgung sind es über 40 Cent. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart dir genau diesen Betrag.
Ein 800-Watt-Set liefert je nach Standort 650 bis 850 Kilowattstunden im Jahr. Bei realistischem Eigenverbrauch sparst du damit etwa 210 bis 270 Euro jährlich. Rechnet man ein Set für rund 400 bis 600 Euro dagegen, ergibt sich eine Amortisation von drei bis sechs Jahren. Ein verschatteter Nordbalkon verschiebt den Punkt auf sechs bis acht Jahre.
Mit eigenen Zahlen wird es belastbarer. Im Amortisations-Rechner trägst du Strompreis, Set-Preis und geschätzten Ertrag ein und siehst sofort, wann dein Set den Break-Even erreicht. Wichtig bleibt der Blick über die Amortisation hinaus: Nach der Rückzahlphase liefert die Anlage noch viele Jahre fast kostenlosen Strom.
Ein Rechenbeispiel macht es greifbar. Angenommen, dein Set liefert 750 Kilowattstunden und du nutzt die Hälfte davon selbst. Bei 32 Cent sparst du dann rund 120 Euro im Jahr. Optimierst du den Eigenverbrauch auf zwei Drittel, sind es schon etwa 160 Euro. Mit einem Set für 450 Euro bist du so nach gut drei bis vier Jahren im Plus. Steigt der Strompreis wieder, geht es schneller. Fällt er, dauert es länger. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf den eigenen Verbrauch mehr als jede pauschale Faustregel.
Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk liefert
Der Ertrag entscheidet über alles Weitere, und er schwankt stärker, als viele denken. Ausschlaggebend sind drei Dinge: die Ausrichtung, die Neigung und die Verschattung. Ein nach Süden zeigendes Modul mit gutem Anstellwinkel holt das Maximum heraus. Ein senkrecht an der Brüstung hängendes Modul liefert weniger, dafür gleichmäßiger über den Tag verteilt.
Als Faustwert gilt: In Norddeutschland sind 650 bis 750 Kilowattstunden pro Jahr realistisch, in Süddeutschland 800 bis 950. Ein Nordbalkon bringt rund 30 Prozent weniger. Kommt noch Schatten von Bäumen oder Nachbarhäusern dazu, kann der Ertrag auf 400 bis 500 Kilowattstunden sinken. Solche Werte sind kein Drama, verlängern aber die Amortisation.
Wer das Maximum will, richtet die Module möglichst nach Süden aus und vermeidet Verschattung in den Mittagsstunden. Schon kleine Korrekturen am Winkel bringen spürbar mehr. Bifaziale Glas-Glas-Module (sie nutzen auch das Licht von der Rückseite) nehmen zusätzlich das vom Boden reflektierte Licht auf und liefern senkrecht montiert 10 bis 20 Prozent mehr als einfache Module.
Über das Jahr verteilt sich der Ertrag ungleich. Von Mai bis August fällt der Löwenanteil an, im Dezember und Januar bleibt nur wenig übrig. Das passt gut zum Alltag, weil im Sommer ohnehin viel Grundlast anliegt. Genau diesen Grundverbrauch deckt ein Balkonkraftwerk zuverlässig ab. Wer im Detail wissen will, wie Ausrichtung und Neigung den Ertrag verschieben, findet die Werte im Set-Finder und kann verschiedene Aufstellungen durchspielen.
Balkonkraftwerk mit Speicher: lohnt der Aufpreis
Ohne Speicher nutzt ein typischer Haushalt nur etwa 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst. Der Rest fließt unvergütet ins Netz. Genau hier setzt ein Speicher an. Er parkt den Mittagsstrom und gibt ihn abends wieder ab, wenn der Verbrauch steigt. Damit klettert der Eigenverbrauch auf 60 bis 75 Prozent.
Konkret bedeutet das je nach Set 100 bis 250 Euro mehr Ersparnis pro Jahr. Dem steht ein Aufpreis von mehreren Hundert bis über tausend Euro gegenüber. Ob sich das rechnet, hängt vor allem von deinem Tagesverlauf ab. Wer tagsüber arbeitet und abends viel Strom braucht, profitiert am meisten. Wer ohnehin viel am Mittag verbraucht, kommt oft ohne Speicher gut zurecht.
Welche Speicher zu einem 800-Watt-Set passen und worauf es bei Kapazität und Steuerung ankommt, klärt die Übersicht Balkonkraftwerk mit Speicher. Spannend wird der Speicher zusätzlich mit einem dynamischen Stromtarif, weil du dann billigen Börsenstrom zwischenspeichern kannst. Dieser Effekt ist real, fällt beim Endkunden wegen Netzentgelten und Abgaben aber kleiner aus als die nackte Börsenkurve.
Auch die Größe will überlegt sein. Ein Speicher mit zwei bis drei Kilowattstunden reicht für die meisten Haushalte aus. Größere Akkus füllen sich an trüben Tagen oft gar nicht voll und rechnen sich deshalb langsamer. Besser knapp dimensionieren und den Speicher gut auslasten, als teure Kapazität ungenutzt zu lassen. Achte außerdem auf die Zyklen-Garantie und darauf, dass sich der Speicher per App steuern lässt. Nur dann kannst du ihn gezielt für die Abendstunden vorhalten.
Balkonkraftwerk als Mieter und Eigentümer
Seit Oktober 2024 ist die Rechtslage klar zu deinen Gunsten. Als Mieter hast du nach Paragraf 554 BGB einen Anspruch darauf, dass dein Vermieter die Installation erlaubt. Die Beweislast liegt beim Vermieter: Er muss handfeste Gründe nennen, wenn er ablehnt. Ein pauschales Nein zur Optik reicht dafür nicht aus.
Als Eigentümer in einer Gemeinschaft greift Paragraf 20 WEG. Steckersolar steht dort ausdrücklich auf der Liste der privilegierten Maßnahmen. Die Gemeinschaft darf das Ob nicht mehr frei ablehnen, sondern nur noch über das Wie mitbestimmen. Eine Ablehnung ist nur bei unzumutbarer Beeinträchtigung möglich, etwa bei Denkmalschutz oder unzureichender Statik.
In der Praxis hilft ein sauberer Antrag. Beschreibe das Set, die Befestigung und die Sicherheit, und biete an, die Anlage bei Auszug rückstandslos zu entfernen. Musterformulierungen und die Grenzen des Anspruchs stehen im Ratgeber zu den Rechten von Mietern und Eigentümern nach Paragraf 554 BGB.
Ein Tipp aus der Praxis: Such früh das Gespräch, statt vor vollendete Tatsachen zu stellen. Viele Vermieter stimmen zu, sobald sie sehen, dass die Montage sicher und wieder rückbaubar ist. Hält ein Vermieter ohne triftigen Grund dagegen, kannst du deinen Anspruch notfalls gerichtlich durchsetzen. In den meisten Fällen genügt aber schon der Verweis auf die neue Rechtslage. Wichtig ist, dass du die Anlage fachgerecht und ohne Eingriff in die Bausubstanz befestigst.
Steuer, Versicherung und Förderung fürs Balkonkraftwerk
Bei der Steuer ist die Lage einfach geworden. Seit Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Umsatzsteuergesetz, also null Prozent Mehrwertsteuer auf alle Komponenten. Die Einnahmen und der Eigenverbrauch sind zudem nach Paragraf 3 Nummer 72 Einkommensteuergesetz von der Einkommensteuer befreit, solange die Anlage unter 30 Kilowattpeak bleibt. Für ein Balkonkraftwerk gilt das immer.
Bei der Versicherung sind drei Sparten relevant. Die Hausratversicherung deckt meist Diebstahl und Sturmschaden am Modul. Schäden an Dritten, etwa durch ein herabfallendes Modul, übernimmt die Haftpflicht. Schäden an der Fassade selbst fallen unter die Wohngebäudeversicherung. Was welche Police leistet und worauf du achten musst, steht im Ratgeber zur Versicherung fürs Balkonkraftwerk.
Die Förderung ist 2026 dünner geworden. Bundesweit bleibt der Nullsteuersatz. Direkte Zuschüsse gibt es dagegen nur noch selten. Wenige Länder fördern überhaupt, dazu kommen rund 20 Kommunen mit meist 100 bis 200 Euro. Fast immer musst du den Antrag vor dem Kauf stellen, und die Budgets sind oft schnell erschöpft. Ein Blick auf das Programm deiner Stadt vor der Bestellung lohnt sich deshalb in jedem Fall.
Ein Hinweis zur Reihenfolge ist wichtig. Wenn deine Stadt fördert, stellst du den Antrag immer vor dem Kauf. Kaufst du zuerst, verfällt der Anspruch fast überall. Melde die Anlage außerdem deiner Versicherung. Viele Hausratversicherer schließen ein normkonformes Balkonkraftwerk ohne Aufpreis ein, wollen aber davon wissen. Ein kurzer Anruf oder eine E-Mail genügt meist, und du hast die Bestätigung schriftlich.
Hardware fürs Balkonkraftwerk 2026: Module bis Halterung
Drei Bauteile bestimmen die Qualität: die Module, der Wechselrichter und die Halterung. Bei den Modulen sind bifaziale Glas-Glas-Module 2026 der Standard für Balkonbrüstungen. Sie sind robust, langlebig und nehmen auch reflektiertes Licht auf. Achte auf eine Produktgarantie von mindestens zwölf Jahren und eine Leistungsgarantie über 25 Jahre.
Der Wechselrichter ist das Herz der Anlage. Modelle von Hoymiles, Deye und APsystems gehören zu den meistverkauften. Wirkungsgrade von 96 bis 97 Prozent sind heute normal. Wichtig ist eine App-Anbindung über WLAN, damit du den Live-Ertrag mitlesen kannst. So erkennst du schnell, ob die Anlage wie erwartet arbeitet.
Bei der Halterung wird oft gespart, was sich rächt. Eine vernünftige Halterung ist statisch geprüft und lässt sich auf verschiedene Brüstungsdicken anpassen. Billige Plastikklemmen können bei Sturm nachgeben. Welches Komplettset für deinen Balkon, dein Dach oder deine Wand am besten passt, ermittelst du am schnellsten mit dem Set-Finder für deinen Anwendungsfall.
Ein letzter Punkt ist die App. Ein guter Wechselrichter zeigt dir Ertrag und Verbrauch in Echtzeit. Das hilft nicht nur bei der Kontrolle, sondern auch beim Sparen. Wer sieht, wann die Module am meisten liefern, legt Waschmaschine oder Spülmaschine bewusst in diese Stunden. So steigt der Eigenverbrauch ganz ohne Speicher. Schon diese kleine Umstellung im Alltag bringt über das Jahr gerechnet mehr, als viele erwarten.
Nächste Schritte
Wenn du jetzt loslegen willst, gehst du in drei Schritten vor. Zuerst ermittelst du mit dem Set-Finder das passende Komplettset für deine Wohnsituation. Dann prüfst du im Amortisations-Rechner, ob sich die Investition für dich lohnt. Zum Schluss bereitest du die Anmeldung im Marktstammdatenregister vor.
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Quellen und Belege
Die Zahl von rund 1,33 Millionen angemeldeten Anlagen und der aktuelle Strompreis stammen von der Bundesnetzagentur über das Marktstammdatenregister sowie aus der Auswertung von strom-report.com. Die Eckdaten des Solarpakets I und die Anmeldepflicht erläutert der ADAC. Den Mieter- und Eigentümer-Anspruch regeln Paragraf 554 BGB und das Wohnungseigentumsgesetz. Die Steuerfreiheit folgt aus Paragraf 3 Nummer 72 Einkommensteuergesetz und dem Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Umsatzsteuergesetz. Die erste Produktnorm DIN VDE V 0126-95 und ihren Geltungsbeginn dokumentiert der VDE. Die Förderlage 2026 fasst Finanztip zusammen. Alle Angaben zuletzt geprüft am 18. Juni 2026; volatile Werte wie Preise und Strompreis sind im Text mit eigenem Stand-Datum gekennzeichnet.
Hinweis: Dieser Beitrag ist sorgfältig recherchierte, allgemeine Information und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Elektrofachberatung. Gesetze, Normen und Preise können sich ändern — verbindlich ist die jeweils aktuelle Fassung. Bei Zweifeln an der Hausinstallation lass den Anschluss von einer Elektrofachkraft prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.
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