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Im Test seit585 Tagen

Was am Ultra X anders ist

EcoFlow hat den STREAM Ultra X im Maerz 2026 als Premium-Variante zum STREAM Ultra eingefuehrt. Drei wichtige Unterscheidungsmerkmale:

1. Mehr Speicher. 3,84 kWh statt 2 kWh beim Standard-Ultra. Das deckt die meisten Familien-Profile ab, ohne dass du sofort erweitern musst.

2. Mehr Eigenleistung. Der Wechselrichter im Ultra X liefert bis zu 2.300 Watt Ausgangsleistung im Inselbetrieb. Das ist deutlich mehr als die 800 Watt der reinen Steckersolar-Konfiguration und ermoeglicht Notstrom für eine ganze Wohnung.

3. Modulares Konzept. Bis zu 11,5 kWh erweiterbar durch Zusatz-Akku-Packs. Wer langfristig auf Hochspannungs-Speicher gehen will, ist hier gut aufgehoben.

Mehr zur Auswahl der richtigen Größe findest du im Detail-Ratgeber Speicher dimensionieren.

Aufbau und erste Inbetriebnahme

Das Komplettset kam in zwei Kartons: einer mit Modulen und Halterung, einer mit dem Speicher-Wechselrichter-Modul. Aufbau in unserem Test: knapp drei Stunden für eine Person.

Das STREAM-Ultra-X-Gerät wiegt 38 Kilogramm und ist deutlich schwerer als Anker SOLIX 3 Pro. Aufbau einer Wandmontage solltest du zu zweit machen oder mit einer stabilen Wandhalterung mit Anker-Bohrung.

Die Modulinstallation und der MC4-Stecker-Anschluss sind Plug-and-Play. Die App fragt beim Erststart automatisch nach WLAN-Zugang und Tibber-Authentifizierung, was das Setup deutlich beschleunigt.

Die Schuko-Verbindung zum Hausnetz ist Standard nach VDE V 0126-95. Wer allerdings die Notstrom-Funktion nutzen will, muss vom Elektriker einen separaten Umschalter und einen geschützten Notstrom-Kreis einrichten lassen. Kosten dafuer: 200 bis 400 Euro.

App-Test

Die EcoFlow-App ist solide und in den letzten zwei Jahren stark verbessert worden. Hauptfeatures 2026:

  • Live-Dashboard mit allen Energiefluessen
  • Tibber- und aWATTar-Integration über OAuth
  • Strategie-Editor: ein guter Schritt-für-Schritt-Assistent, der dich durch die Optimierung leitet
  • Lade-/Entlade-Planung: kann den Speicher tageszeitgenau steuern
  • Smart Charging für EcoFlow Wallbox: nahtlose Integration, wenn du einen EcoFlow-E-Auto-Charger hast
  • Notstrom-Status: Echtzeit-Anzeige, welcher Stromkreis im Inselbetrieb laeuft

Schwaeche: die Strategie-Auswahl ist weniger intuitiv als bei Anker. Wer sich nicht intensiv mit Strom-Tarifen beschaeftigen will, kann hier ueberfordert sein. Anker macht das besser mit drei Standard-Profilen.

Ertrag und Effizienz

Wir haben den EcoFlow STREAM Ultra X 60 Tage in einem Paar-Profil getestet (April bis Juni 2026, Karlsruhe, Südwest-Balkon). Ergebnisse:

  • Solarertrag total: 220 kWh in 60 Tagen
  • Eigenverbrauch direkt: 65 kWh
  • In Speicher gepuffert: 140 kWh
  • Verluste Speicher (Wirkungsgrad): etwa 7 Prozent
  • Eigenverbrauch insgesamt: 76 Prozent (168 von 220 kWh)
  • Hochrechnung 12 Monate: rund 1.150 kWh Solarertrag, 880 kWh Eigenverbrauch

Bei 35 Cent/kWh entspricht das einer Direktersparnis von rund 310 Euro pro Jahr. Mit Tibber-Arbitrage kommen 150 bis 200 Euro extra hinzu. Total: 460 bis 510 Euro pro Jahr Mehrersparnis.

Damit liegt der Ultra X 30 bis 40 Prozent vor der Anker SOLIX 3 Pro in unserem Test, weil er grösseren Speicher mitbringt. Das ist im Familien-Profil ein klarer Vorteil.

Lautstaerke: nicht ohne

Der Ultra X ist aktiv gekühlt, das hoert man. Bei voller Last messen wir 30 bis 32 Dezibel, etwa wie ein Kühlschrank im Standby. Im Standby selbst ist er bei knapp 22 Dezibel. Innen aufgestellt ist das bemerkbar, aber nicht stoerend.

Im Schlafzimmer wuerden wir ihn nicht aufstellen. Wer einen ruhigen Wohnraum-Aufbau plant und sehr empfindlich ist, sollte Anker (unter 25 dB) oder Marstek (unter 26 dB) bevorzugen.

Notstrom-Funktion in der Praxis

Die Notstrom-Funktion ist echt das Herzstueck des Ultra X. Sie kann einen separaten Notstrom-Kreis mit bis zu 2.300 Watt Last versorgen. Bei einem typischen Stromausfall greifen relevant:

  • Kühlschrank (50-150 Watt)
  • Router und WLAN (15-30 Watt)
  • ein paar LED-Lampen (10-30 Watt)
  • Smartphone-Ladegeraete und Notebooks
  • Gasheizung-Steuerung (30-80 Watt)

Bei 3,84 kWh Speicher und etwa 250 Watt Durchschnittslast haelt das über 15 Stunden. Bei kompletter Wohnung mit Herd und Waschmaschine sind es 1,5 bis 2 Stunden, was für den meisten Strom-Ausfaellen ausreicht.

Der Umschalter aktiviert sich in 30 Millisekunden, kurz genug für PC-Speicher und Server. Die Solaranlage laedt während des Inselbetriebs weiter, sodass tagsueber sogar laenger als die reine Speicherkapazitaet gedeckt ist.

Pro und Contra

Pro:

  • Sehr grosser Speicher (3,84 kWh) ab Werk
  • Hohe Wechselrichter-Eigenleistung für Notstrom (2.300 W)
  • Echte Notstrom-Funktion mit 30-ms-Umschalter
  • Modular bis 11,5 kWh ausbaubar
  • Sehr gute Tibber-/aWATTar-Integration
  • Wallbox-Integration mit EcoFlow-Wallbox-Charger

Contra:

  • Lauter als Anker und Marstek (30+ dB)
  • Sehr schwer (38 kg)
  • App weniger intuitiv als Anker
  • Notstrom-Konfiguration braucht Elektriker
  • Preis im oberen Bereich (1.429 Euro Komplettset)

Für wen ist der Ultra X die richtige Wahl?

Ja, wenn:

  • Du Familien-Profil bist mit hohem Abendverbrauch
  • Du echte Notstrom-Funktion willst (Tibber-Arbitrage + Stromausfall-Schutz)
  • Du modular auf 6 oder mehr kWh ausbauen willst
  • Du EcoFlow Wallbox oder andere EcoFlow-Komponenten hast oder planst

Nein, wenn:

  • Du sehr leisen Betrieb brauchst → Anker
  • Du strikt offline arbeiten willst → Marstek
  • Du das preisguenstigste Set willst → Marstek oder Solakon
  • Du nur kleines Set für Single brauchst → Anker SOLIX 2 Pro

Vergleiche mit den Alternativen in den Detail-Ratgebern Anker SOLIX 3 Pro Praxis und Marstek Venus E Praxis. Direktvergleich auf Top 5 Speicher 2026.

Nächste Schritte

Wenn der Ultra X für dich passt:

  1. Set-Finder-Quiz bestätigt die Auswahl
  2. Preis bei EcoFlow Komplettsets prüfen
  3. Im Marktstammdatenregister anmelden
  4. Falls Notstrom: Elektriker für separaten Stromkreis kontaktieren
  5. Tibber- oder aWATTar-Tarif einrichten

Mehr Hintergründe im Speicher-Übersicht und im Hauptratgeber.